Mitgliederversammlung und Jubiläum 2016

Mitgliederversammlung und Jubiläum 2016

Am 14. Februar 2016 feierten  unsere Gartenanlage ihr 95-jähriges Jubiläum und anschließend fand die alljährliche Mitgliederversammlung in der Wolke 14 im Wolkenrasen statt.

Man glaubt es kaum, schon wieder sind 5 Jahre vergangen, seit wir unser 90-jähriges Bestehen feiern konnten.

Am 14.Februar feierte unsere Gartenanlage „Mariensee 1921“ eV in der Wolke 14 im Wolkenrasen, Ihr 95jähriges Bestehen. Ein großer Dank an unsere Bürgermeisterin Frau Sibylle Abel die uns ermöglicht hat diese Räumlichkeit zu nutzen und ganz besonders an Herrn End, der die Halle entsprechend ein und ausgeräumt hat.

Pünktlich 14 Uhr begann die Bläsergruppe der Musikschule Sonneberg mit einen Volker Sesselmann, der sofort alle Anwesenden in eine lockere Stimmung zu versetzen wusste Anschließend blickte der 1. Vorsitzende Ulli Wohlfarth in einer kurzen Ausführung auf 95 Jahre Gartenanlage Mariensee zurück.

Unsere Anlage ist mit ihren 95 Jahren, im Stadtgebiet bei weitem nicht die Älteste. (Hüttensteinach -1910 / Lutherhaus – 1919 / Türkenburg – 1914 / Aufbau 1888 / Obere

Stadt 1911 oder Grüntal 1907, um nur einige zu nennen. Die Hungerjahre des 1.Weltkrieges und auch die Not der Nachkriegszeit haben sicherlich dazu beigetragen, dass auch in den Jahren um 1920 neue Gartenanlagen entstanden, um vor allem den Obst und Gemüsebedarf aus eigenen Aufkommen zu sichern. Die Stadtverwaltung hat diese Entwicklung gefördert u.a.  durch die Bereitstellung von geeigneten Flächen. Man kann davon ausgehen, dass der Bereich unserer Anlage „Am Bahndamm“ in etwa der Größe der damaligen Anlage entsprach. Nach Recherchen verschiedener Gartenfreunde, waren es Brauereiarbeiter, die in Verhandlungen mit der Stadt Sonneberg zu jener Zeit erreicht haben, dass auf städtischen Brachflächen am Bahndamm, der Eisenbahnstrecke in Richtung Eisfeld die ersten Kleingartenparzellen bewirtschaftet werden konnten. Somit kann man sagen, dass der Bereich „Am Bahndamm“, sozusagen die Keimzelle unserer heutigen Anlage war. Nach und nach wurde der ehemalige Mariensee zugeschüttet, an dem sich einst auch eine Geflügelfarm befand, so vergrößerte sich dann diese Gartennutzflächen bis in das Marienthal. Mit beginn des 2.Weltkrieges erfolgte erneut eine Veränderung dieser Flächen. Die vielen Kriegsgefangenen und Zwangsarbeiter, wurden in Baracken, auf dem Gelände am Mariensee untergebracht. Bis heute befinden sich noch teilweise in der einen oder anderen Parzelle entsprechende tiefe Keller die verfüllt werden mussten. Nach dem Krieg, bestand erneut wie nach 1918, ein großer Bedarf an Kleingärten. Aber auch in der damaligen DDR, war der Bedarf an Kleingärten bis 1989 riesig groß (Wartelisten von 1 Jahr waren keine Seltenheit),so  dass ständig hinzu Pachtungen vorgenommen werden mussten. Es wurden neben so genannten  „LPG Land“ weiteres Privatland hinzu gepachtet. Dadurch wurde unsere Anlage, insbesondere nach der Erschließung des Geländes am ehemaligen Mariensee nach 1945 zur größten Kleingarten Anlage der Stadt – wie auch Kreisgebietes mit 225 Parzellen. Mit der Wende begann auch für den Verein und für die Garten Anlage eine völlig neue Zeit. Es gab bange Fragen, um die weitere Existenz der Anlage und den Kleingartenanlagen allgemein.  Das größte Problem bestand hier aber in der rechtlichen Grauzone, da nirgendwo die Rechtlichkeiten des Kleingartenwesens festgeschrieben waren. Ein völlig neues Vereinsrecht auf der Grundlage des BGB hielt somit in den neuen Bundesländern Einzug. So hatte nicht nur in unserer Gartenanlage die amtierenden Vorstände alle Hände voll zu tun, um die Situation zu meistern und eine allgemeine Sicherheit für alle Kleingärtner zu verwirklichen. Hier gehört ein großes Danke an Rolf Dorst, der 1994 als erster Vorsitzender unseren Verein  vorstand. Seinen unermüdlichen und kompetenten Einsatz, haben wir es zu verdanken, dass  dieser Wechsel nahezu nahtlos und ohne größere Komplikationen vollzogen wurde. Durch seinen Weitblick  hat er unsere Anlage, ob neue Pachtverträge, Gartenordnung und Satzung, rechtzeitig auf die neue gärtnerische und rechtliche Lage eingestellt. Ganz wichtig war auch der sich 1995 gründende Kreisverband der Kleingärtner, welchen Rolf Dorst als Stellvertreter Sonneberg angehörte. Ein seiner wichtigsten Aufgabe war das Abschließen eines Generalpachtvertrages unter der Schirmherrschaft des Kreisverbandes. Hier wurden entscheidende Weichen gestellt, damit jeder Kleingärtner zukunftssicher ohne Ängste der Wegnahme, in seiner Parzelle problemlos weiter Kleingärtnern konnte. Auch die sehr guten Kontakte des Kreisverbandes zu den jeweiligen Kommunen – ob das in der Stadt die Bürgermeisterin oder im Land die Landrätin, es konnten immer im Sinne des Kleingartenwesen entsprechende positive Entscheidungen erreicht werden. Ich möchte auch hier an die Würdigung des Ehrenamtes erinnern, bei dem das Landratsamt bisher immer entsprechende finanzielle Mittel zur Verfügung gestellt hat. Auch können Kleingärtner jeweils Dienstags von 13 – 16 Uhr die Sprechstunde im Kreisverband in der Gustav König Straße wahrnehmen.                                                                                                                                                                                                                                                                        Machen wir aber weiter mit unserem kurzen Abriss der Vereinsgeschichte. Im wahrsten Sinne gab es einen Abriss, einen WARMABRISS. Ein großes Unglück geschah dann auch noch 1991 als unser schönes Vereinsheim im Flammeninferno zerstört wurde. Die wahren Ursachen konnten bis heute nicht geklärt werden. Somit stand unser Verein vor einer völlig neuen Situation. Denn seit Gründung, stand immer ein Vereinsheim zur Verfügung. Plötzlich mussten wir auf unserer Wiese eine Versammlung abhalten. Damit wir wieder in ein neues Domizil  ziehen konnten, wurde mit aller Kraft sich daran gemacht ein neues Vereinsheim zu bauen. Das hierbei manches mit sehr viel Geld sehr schlecht oder falsch gebaut wurde, davon kann ich, seit 2004 amtierender Vorsitzende, ein sehr lautes Klagelied singen. Leider kann niemanden mehr was nachgewiesen werden und wir hier – als sogenannte Erben – müssen für das bisher aufgetretene oder evtl. noch kommende, die Rechnung tragen. Aber rum lamentieren nützt ja nix, das Vereinsheim steht nun mal da, wir haben seit 2009 mit  Andreas Brückner und seiner Köchin Marion ein geschäftstüchtiges Team dass nicht nur pünktlich die Pacht bezahlt sondern bei dem auch das Essen sehr gut schmeckt. Und ich glaube langsam bekommen wir unser Problembauwerk auch in den Griff, ohne zusätzliche Umlagen von den einzelnen Gärtner erheben zu müssen. 2004 musste unser bisheriger Vorsitzend Rolf Dorst aus gesundheitlichen Gründen den Vorstand verlassen Ulli Wohlfarth übernahm die Funktion des Vorsitzenden als langjährige Vorstandsmitglied. Rolf Dorst hinterließ  einen sehr gute intakte Vorstandschaft und einen gut geführten Verein, so dass  der Neubeginn nicht schwer viel, zumal Rolf Dorst auch uns weiterhin mit seinen Erfahrungen und Ratschlägen zur Seite stand.                                                                                                                                                                                                        Als am Marienthal verkehrstechnisch der Kreisel gebaut wurde hatte unser Verein erneut ein großes Problem zu bewältigen, es musste ein neuer Energieanschluss zu unserer Anlage verlegt werden. Die Kosten beliefen sich auf 12.000,- €. Doch mit Hilfe seiner Mitglieder, der Stadt Sonneberg und der Elektro eG Sonneberg, mit der ein zuverlässiger Partner gefunden war sowie des Kreisverbades der Kleingärtner konnte diese wichtige Sache finanziert werden.                                                    Auch wurde gleichzeitig der Parkplatz Marienthal neu gestaltet und am Landwirtschaftsweg im hinteren Teil der Sparte 4 wurden 2 Parzellen als weiterer Parkplatz umgestaltet. So kann unsere Anlage 3 Parkplätze mit gesamt ca 170 Stellplätzen seinen Kleingärtnern anbieten                                                                                              Doch die Probleme wurden in den kommenden Jahren nicht weniger. 2008 standen wir vor der Entscheidung unser Vereinsheim zu schließen oder in dieses neu zu investieren, da es den hygienischen und gastronomischen Bedürfnissen nicht mehr entsprach. Auch hier wurde uns von den bewährten Partnern Elektro eG Sonneberg und den Kreisverband unter die Arme gegriffen und ein Umbau von fast 10 tausend Euro begann. Mir war damals nicht so richtig wohl zu Mute, obwohl diese Entscheidung von allen Mitgliedern einstimmig getragen wurde. Aber es war zu diesen Zeitpunkt noch kein Betreiber gefunden, so hätten wir das ganze finanzielle selber tragen müssen auch nach Fertigstellung. Aber dann als sich Andreas Brückner 2009 bewarb (welchen ein guter Ruf vorrauseilte)und das Vereinsheim übernahm, war mir dann doch schon etwas wohler. In unseren Vereinsheim finden ca bis zu 60 Gäste Platz und Andreas Brückner mit seiner Köchin Marion haben mit Ihrer guten Thüringer Küche schon sehr viele Gäste zufrieden stellen können.                                                                                                                          2014 traf uns nach 15 Jahren eine wuchtige Einbruchserie mit einem Gesamtschaden von 30 tausend Euro. Hier wurde mit brachialer Gewalt hauptsächlich nur zerstört. Deshalb ist es wichtig sich entsprechend zu Versichern, damit wenigstens der finanzielle Schaden ab gemindert werden kann.                                                       Vor einem  weiteren Problem standen wir 2015, unsere Kläranlage vom Vereinsheim  noch aus DDR Zeiten, drohte einzustürzen. So standen wir erneut vor der Entscheidung das Vereinsheim wieder mal zu schließen oder in eine neue Kläranlage zu investieren. Hier gilt ein100_3906 großer Dank an das Wasserwerk Sonneberg Hernn Hubner, der Elektro eG Sonneberg, der Firma STL Sonneberg und nicht zuletzt der VR-Bank Coburg, welche mit ihren erneuten Zuwendungen  dazu beitrugen, dass wir eine vollbiologische Kläranlage errichten konnten und so unser Vereinsheim nicht schließen mussten.

(Foto mit 1. Vorsitzenden Ulli Wohlfarth der den Scheck in Empfang nehmen konnte und Herrn Rexhäuser Kundenbetreuer)

Denn eine Kläranlage braucht man auch ohne Wirt, wenn es nur der Verein betreibt. Wichtig war  im Vorfeld, möglichst die Kleingärtner nicht finanziell zu belasten. Dies ist  gelungen, durch Zuwendungen eben genannter sowie wieder mal der Kreisverband der uns ein zinslosen Darlehen unter die Arme griff, welches durch die Einnahmen der Pacht abgedeckt ist.      Im Frühjahr wird der Parkplatz an der Vereinsgaststätte dann fertiggestellt und die Gitter verschwinden.                                                                          Machen wir aber nun wieder weiter mit unseren kleinen geschichtlichen Abriss.Nach verschiedenen Umstrukturierungen haben sich im laufe der 95 Jahre die statischen Zahlen des öfteren verändert. Heute umfasst die Anlage eine Gesamtfläche von 67.489 m², wovon etwa 97 % auf kommunale Pachtflächen und nur 3 % auf private Pachtflächen entfallen. Von der Gesamtfläche entfallen ca. 75% auf die 204 Kleingärten, über die die Anlage verfügt. Die Gartenparzellen haben eine durchschnittliche Größe von 120 – 300 m². Die Anlage ist mit einen eigenen Wassernetz versehen und Dank unseres ehemaligen Mitgliedes Wilfried Schmidt und unseren Gartenfreund Thomas Rath, auf Kunststoffleitung umgerüstet und mit Miet Wasserzähler versehen. Seit Mitte der 80 ziger Jahre ist unsere Anlage mit elektrischen Strom sowie ein eigenes Beleuchtungsnetz für die umfangreiche Wegstrecken versehen. Welche nachdem die Erneuerung der Verteilerkästen abgeschlossen sind nach und nach mit LED Lampen erneuert werden.(Energieersparniss) Somit verfügen fast alle über einen Wasser – und Elektroanschluss. Die Parkplätze, Wege und Grünflächen, sowie die Grundfläche des Vereinsheimes, nehmen die restlichen 25% der Gesamtflächen ein. Die Größe der Anlage, die flächenmäßige Ausdehnung und die Vielzahl der Gärten, hatte den Vorstand bereits in den 80 – ziger Jahren veranlasst, die Anlage in 4 Abteilungen zu unterteilen.

  1. Am Bahndamm mit 44 Gärten
  2. Am Vereinsheim mit 50 Gärten
  3. Auf dem Sportplatz mit 54 Gärten
  4. Auf dem Mariensee mit 56 Gärten

Für jede Abteilung waren Obmänner eingesetzt, damit der Weg zwischen Kleingärtner und Vorstand nicht zu lang dauerte und um auftretende Probleme schneller klären zu können. Leider konnten wir im Laufe der letzten 15-20 Jahren diese Obmänner nicht mehr besetzten, da immer weniger Kleingärtner bereit sind Verantwortung zu übernehmen um damit den Vorstand zu unterstützen. Die Arbeit des Vorstandes, sowie seiner vielen Helfer, zum Beispiel die Verantwortlichen für die Wasser – und Stromversorgung oder die Ableser – um nur einige zu nennen – ist ehrenamtlich. Hier fallen bei einigen locker im Jahr ca. 600 – 700 Stunden im Dienste des Vereins an. Der Verein führt jährlich eine Mitgliederversammlung durch. Hierbei  werden die für das Jahr wichtigen Beschlüsse gefasst und die Kleingärtner  mit allgemeiner wichtiger Information versorgt. Alle Mitglieder leisten jährlich eine von der Mitgliederversammlung festgelegte Anzahl von Pflichtstunden, für die Werterhaltung aller vereinseigenen Anlagen, sie liegen zur Zeit bei 5 zu leistenden Pflichtstunden.                                                                                                        Sehr gerne wird auch unsere Internetseite besucht. kgv-mariensee.de. Hier kann man sich über den Verein, die Gartenanlage, das Vereinsheim, Termine, freie Gärten informieren oder auch unsere Bilder Galerie anschauen. Auch kann über unsere eMail Adresse Kontakt aufgenommen werden –kgvmariensee@t-online.de. Auch steht nach wie vor steht der 1. Vorsitzende Ulli Wohlfarth allen Interessenten und Gartenfreunden für Fragen oder evtl. Probleme und deren Klärung zur Verfügung.  Dafür haben wir die Sonntagssprechstunde, welche sehr gern angenommen wurde. Hier ist von 10-11 Uhr nur der 1. oder 2. Vorsitzende im Vereinszimmer und da können Fragen, Probleme oder Nöte geklärt werden. In besonderen Fällen können auch telefonische Termine vereinbart werden.  Rückblickend auf nunmehr 95 Jahre Kleingarten Anlage „Mariensee“, kann heute mit Fug und Recht gesagt werden, dass es vor allem die Heimatliebe, die Liebe zur Natur und zum Garten war und ist, die aus ehemaligen Brachland eine grüne Oase der Erholung und Entspannung geschaffen hat. Nicht zuletzt ist es auch dem Fleiß der Mitglieder und vor allem auch dem Vorstand unter Leitung seines Vorsitzenden verdanken, dass die Anlage im Kreisverband eine bedeutende Rolle einnimmt. Ich wünsche uns allen ein schönes und  erfolgreiches Gartenjahr 2016 mit viel Sonnenschein, wenig Schädlingen und vor allem hoffe ich auf eine beiderseits gute Zusammenarbeit.

Ulli Wohlfarth 1. Vorsitzende  im März 2016

 

Die Kleingartenanlage Mariensee 1921 e.V. findet man, wenn das Stadtgebiet Sonneberg, auf der alten Bundesstraße 89 in Richtung Eisfeld, verlassen wird. Gleich hinter der Eisenbahnbrücke, ist links die Hauptzufahrt zur Anlage mit einem Parkplatz für ca. 70 Pkw und dem schönen neuen Vereinsheim mit öffentlicher Gaststätte, für ca. 60 Gäste.

Eine weitere Zufahrt befindet sich, ca. 200 m weiter in Richtung Eisfeld. Am neuen Kreisel ebenfalls links –führt ein Weg zum hinteren Teil der Gartenanlage. Dort befinden sich weitere Parkplätze (Ca 120)

 

Interessenten für einen Kleingarten können sich beim Vorstand der

Kleingartenanlage melden.  Unsere Anschrift lautet:

 

Kleingartenverein „Mariensee 1921“ e.V.

Bettelheckerstraße 57b

96515 Sonneberg.

 

Ansprechpartner Herr Wohlfarth, Tel.  0175 5444321